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Du tust mir nicht gut. Warum halte ich trotzdem an dir fest? – Wenn du einen Menschen liebst und eure Beziehung dich trotzdem Kraft kostet

24. Okt.
7 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 2 Tagen

SOUL UP Folge 42: Du tust mir nicht gut. Warum halte ich trotzdem an dir fest?

Du hast dir fest vorgenommen, dieses Mal abzusagen. Es reicht. Wirklich.

Seit Monaten läuft es nach demselben Muster: Ihr trefft euch, du hörst zu, kümmerst dich um die Probleme des anderen und gehst anschließend nach Hause mit dem Gefühl, dass für dich wieder kein Platz war.


Und dann kommt diese Sprachnachricht. Drei Minuten fünfundvierzig. Du ahnst bereits, worum es geht. Dein erster Gedanke: Nein. Du drückst auf Play. „Du, ich muss dir unbedingt erzählen, was passiert ist. Hast du morgen Zeit für einen Kaffee?“


Und während du noch darüber nachdenkst, wie du freundlich absagen könntest, hörst du dich sagen: „Ja, klar! Ich freu mich!“

Wie war das noch mit dem Vorsatz?


Das Faszinierende daran: Du magst diesen Menschen wirklich. Ihr habt eine gemeinsame Geschichte, wunderschöne Erinnerungen und eine Menge miteinander erlebt.



Und trotzdem fragst du dich immer häufiger: Warum tue ich mir das an?


Hinter dieser Frage steckt eine andere, die viel interessanter ist! Was genau hält mich an diesem Menschen fest?


ICH LIEBE DICH. UND DU GEHST MIR AUF DIE NERVEN.

Willkommen im menschlichen Beziehungsleben. Wir haben die erstaunliche Fähigkeit, einen Menschen von Herzen zu lieben und gleichzeitig sein Verhalten unerträglich zu finden.


  • Du bist deiner Freundin dankbar, weil sie vor zehn Jahren für dich da war, als dein Leben Kopf stand. Heute bist du enttäuscht, weil sie kaum Interesse daran zeigt, was dich beschäftigt.

  • Du sehnst dich nach deinem Partner und bist gleichzeitig froh, wenn er übers Wochenende wegfährt.

  • Du liebst deine Familie und überlegst schon beim Blick auf die Einladung zum nächsten Familienfest, wie du möglichst weit entfernt von einem bestimmten Verwandten sitzen kannst. Am besten in einem anderen Raum.


Was für ein Durcheinander! Und doch ist genau das menschlich.


Unsere Gefühle müssen sich nicht einig sein. Auch unsere Gedanken erzählen uns unterschiedliche Geschichten. Die eine erinnert uns daran, wie schön die gemeinsame Vergangenheit war. Die andere zählt ziemlich zuverlässig auf, was uns in der Gegenwart stört.


Und dann ist da noch dieser Moment, in dem du die Telefonnummer auf deinem Display siehst und dein ganzer Körper bereits reagiert. Interessant, oder?

Du freust dich auf einen Menschen und bist gleichzeitig angespannt, weil du ahnst, wie euer Treffen verlaufen könnte. Alles geschieht in dir. Und alles gehört zu deinem Erleben dieser Beziehung. Die spannende Frage ist, was du daraus machst.



Bist du noch mit dem Menschen zusammen – oder mit deiner Erinnerung an ihn?

Es gibt Beziehungen, in denen wir erstaunlich viel Zeit mit der Vergangenheit verbringen. Weißt du noch, wie schön es früher war? Als ihr stundenlang miteinander geredet habt, als ihr euch gegenseitig unterstützt habt, als ihr euch kaum vorstellen konntet, jemals unterschiedlicher Meinung zu sein.


Diese Erinnerungen sind wertvoll. Nur lebt eure Beziehung heute.


Und heute sitzt du wieder zwei Stunden beim Kaffee und hörst zu, während dein eigener Tag, deine Sorgen und deine Wünsche überhaupt nicht vorkommen. Oder du führst mit deinem Partner zum zwölften Mal dasselbe Gespräch. Du erklärst, warum dich etwas verletzt, und er verspricht, darauf zu achten. Eine Woche später geht es wieder von vorne los.


Inzwischen hast du wahrscheinlich mehr Beziehungsgespräche geführt als ein durchschnittlicher Paartherapeut. Und trotzdem hoffst du, dass es wieder so wird wie damals.


Hältst du an eurer Beziehung fest, wie sie heute ist? Oder an der Vorstellung, wie sie wieder werden könnte?

Das ist eine ziemlich unbequeme Frage.


Wir bringen unsere bisherigen Erfahrungen und Vorstellungen in jede Beziehung mit. Eine gute Freundin ist immer für mich da. Familie hält zusammen. Wer liebt, verzeiht. Eine lange Beziehung gibt man nicht einfach auf.


Solche Vorstellungen können uns verbinden. Sie können uns auch dazu bringen, etwas fortzuführen, das wir längst anders gestalten möchten. Und dann lohnt sich ein genauer Blick: Was ist mir an diesem Menschen heute wertvoll? Nicht vor fünfzehn Jahren. Heute.



Und wenn dieser Mensch ein Seelenpartner ist?


Jetzt wird es spirituell interessant. Bei dem Wort „Seelenpartner“ denken viele sofort an die große Liebe. An diesen einen Menschen, mit dem alles stimmt. Der uns vollständig versteht und bei dem wir endlich angekommen sind. Eine wunderschöne Vorstellung.


In meiner Seelenlehre, die ich unter anderem in meinem Buch „Der Plan unserer Seele" beschreibe, ist das Bild allerdings wesentlich größer.


Ein Seelenpartner kann auch deine beste Freundin sein. Dein Bruder, deine Mutter, eine Kollegin – oder dein Chef. Ja, auch der Chef, der zum dritten Mal deine Präsentation kritisiert. „Ach, mein Seelenpartner.“ Na wunderbar.


Aus meiner Seelenperspektive können Seelen miteinander Vereinbarungen treffen, um gemeinsame emotionale Erfahrungen im menschlichen Leben zu ermöglichen.

Dabei geht es um weit mehr als Harmonie.


Liebe gehört dazu. Freude, Begeisterung und tiefe Verbundenheit ebenso. Auch

Enttäuschung, Eifersucht, Sehnsucht oder Wut sind menschliche Erfahrungen, durch die die Seele nach meiner Lehre Erfahrungswissen gewinnen kann.


In meinem Buch beschreibe ich dafür einen Begriff, der zunächst ausgesprochen romantisch klingt: Liebesdienst.


Aus der Perspektive meiner Seelenlehre können Seelen einander solche Liebesdienste erweisen. Und jetzt kommt die Überraschung: Ein Liebesdienst auf Seelenebene muss sich für den Menschen überhaupt nicht angenehm anfühlen.


Eine Begegnung kann dich herausfordern. Sie kann Gefühle auslösen, die du lieber vermeiden würdest. Sie kann dir etwas über dich zeigen, das du bisher kaum beachtet hast.


Das eröffnet eine zusätzliche Sicht auf unsere Beziehungen.


Ob zwischen zwei Menschen tatsächlich eine solche seelische Vereinbarung

besteht, lässt sich aus ihren Schwierigkeiten allein nicht erkennen. Ein anstrengender Mensch ist dadurch noch lange kein nachgewiesener Seelenpartner. Und eine schwierige Beziehung liefert keinen Beweis für einen Seelenvertrag. Wir dürfen Menschen weiterhin anstrengend finden. Auch mit einer spirituellen Perspektive.



Der Seelenvertrag. Und wo ist die Kündigungsklausel?


Das Wort sorgt regelmäßig für interessante Vorstellungen: Seelenvertrag. Da denken wir Menschen sofort an Unterschriften, Laufzeiten und die Frage, wie wir da wieder herauskommen.


In meiner Seelenlehre ist ein Seelenvertrag ein beidseitiges Seelenversprechen, das sich über mehrere Inkarnationen erstreckt.

Und dann kommt häufig die Frage: Kann ich diesen Seelenvertrag lösen? Für mich liegt die wichtigere Frage an einer ganz anderen Stelle:


Was bedeutet diese Verbindung für mein menschliches Leben?

Nehmen wir an, du gehst davon aus, dass du mit einem bestimmten Menschen auf Seelenebene verbunden bist. Dieser Mensch behandelt dich seit Jahren schlecht. Sollst du deshalb bei ihm bleiben? Alles ertragen? Immer wieder verzeihen? Nein. Ein Seelenvertrag ist kein Freibrief für verletzendes Verhalten. Auch eine aus deiner Sicht besondere seelische Verbindung verpflichtet dich nicht dazu, eine menschliche Beziehung dauerhaft in derselben Form fortzuführen.


Du kannst jemanden lieben und Abstand brauchen. Du kannst dich verbunden fühlen und den Kontakt verändern. Du kannst einem Menschen dankbar sein und ihn trotzdem aus deinem Alltag verabschieden.


Bei Gewalt, Bedrohung oder Einschüchterung hat deine Sicherheit Vorrang. Gerade bei Abhängigkeiten oder gemeinsamen Kindern kann es schwierig sein, eine Beziehung zu verändern oder zu verlassen. Unterstützung kann dann entscheidend sein. Und genau deshalb ist mir eine Unterscheidung so wichtig:


Die Bedeutung, die ein Mensch für deine Seele haben könnte, entscheidet nicht

darüber, welchen Platz er heute in deinem Leben bekommt. Das ist eine Entscheidung deines menschlichen Lebens.



Was, wenn du die Beziehung veränderst?


Zurück zu deiner Freundin. Fünfzehn Jahre Freundschaft. Zwei Stunden Kaffee. Zwei Stunden ihre Probleme. Und auf dem Heimweg wieder dieses Gefühl, dass du selbst überhaupt nicht vorgekommen bist. Du bist enttäuscht. Seit Jahren.


Jetzt habe ich eine Frage an dich: Hast du ihr jemals gesagt, was du dir von eurer Freundschaft wünschst?

Oder hast du immer wieder zugehört, geholfen und gehofft, dass sie irgendwann von selbst erkennt, was du brauchst? Das könnte interessant werden. Deine Freundin ist möglicherweise tatsächlich wenig aufmerksam. Es kann sein, dass sie

sich kaum für deine Bedürfnisse interessiert. Und gleichzeitig könntest du erkennen, dass du selbst bisher wenig darüber gesprochen hast.


Du hast ihr gezeigt, dass du immer Zeit hast. Dass du gerne zuhörst und dass sie jederzeit mit ihren Problemen zu dir kommen kann. Aber weiß sie überhaupt, dass du eure Freundschaft inzwischen anders erleben möchtest?


Jetzt könntest du etwas ausprobieren. Beim nächsten Kaffee erzählst du zuerst von dir. Oder du sprichst direkt an, dass du dir mehr Gegenseitigkeit wünschst. Und dann schaust du, wie sie reagiert. Das Ergebnis ist offen. Möglicherweise ist sie überrascht und freut sich, dass du es ansprichst. Möglicherweise ändert sich wenig. In beiden Fällen erfährst du etwas über eure Beziehung, das du bisher noch nicht erfahren hast.


Du kennst eure Freundschaft, wenn du immer zuhörst. Wie sie funktioniert, wenn du deine Bedürfnisse einbringst, kannst du erst herausfinden. Und damit eröffnet sich etwas, das wir bei schwierigen Beziehungen gerne übersehen: Es gibt mehr Möglichkeiten als Bleiben oder Gehen.


  • Eine Freundschaft kann weniger eng werden und trotzdem wertvoll bleiben.

  • Ein Familienmitglied kann zu deinem Leben gehören, auch wenn ihr euch seltener seht.

  • Mit einem Kollegen kannst du hervorragend zusammenarbeiten, ohne ihn zum Abendessen einzuladen.


Und eine Beziehung, die du verändern möchtest, kann durch ein ehrliches Gespräch eine neue Richtung bekommen.

Ob das gelingt, hängt auch vom anderen Menschen ab. Du entscheidest über dein Verhalten. Der andere Mensch über seines.


Was daraus entsteht, erlebt ihr gemeinsam.



Liebe ist keine Dauerkarte für dein Leben.


Wir verbinden Liebe häufig mit einer bestimmten Vorstellung davon, wie viel Nähe wir einem Menschen geben sollten:


  • Wenn ich dich liebe, muss ich für dich da sein.

  • Wenn wir seit zwanzig Jahren befreundet sind, müssen wir auch weiterhin alles miteinander teilen.

  • Wenn du zu meiner Familie gehörst, musst du einen festen Platz in meinem Alltag haben.


Wer sagt das?


Eine Beziehung kann wertvoll gewesen sein und heute eine andere Form brauchen. Du kannst die gemeinsame Geschichte achten und euer Miteinander neu gestalten. Liebe und Nähe sind zwei verschiedene Fragen.


Die eine lautet: Was empfinde ich für diesen Menschen?
Die andere: Wie möchte ich heute mit ihm leben?

Denk einmal an den Menschen, der dir beim Lesen dieses Artikels eingefallen ist.

Was verbindet euch heute? Was kostet dich Kraft? Und was hält dich an dieser Beziehung fest?


Ist es die Zuneigung? Eure gemeinsame Geschichte? Die Hoffnung auf Veränderung? Deine Verantwortung? Die Angst, diesen Menschen zu verlieren? Es kann mehrere Antworten geben.


Wenn du deine Seele in diese Betrachtung einbeziehen möchtest, kannst du dich zusätzlich fragen, welche Orientierung sie dir für dieses Miteinander gibt.


Und dann kommt die Frage, die für mich alles verändert: Möchte ich unsere Beziehung so weiterführen, wie ich sie heute erlebe?

Eine Veränderung kann mit einem Gespräch beginnen. Mit einem ausgesprochenen Bedürfnis. Mit einer Grenze. Oder mit der bewussten Entscheidung, einen Menschen weiterhin genau so in deinem Leben haben zu wollen. Welche Möglichkeiten du hast, hängt auch von deinen Lebensumständen ab. Und wie der andere Mensch darauf reagiert, entscheidet er selbst.



Was wichtig für dich ist:


Die Bedeutung eines Menschen für deine Seele beantwortet noch nicht die Frage, welchen Platz du ihm heute in deinem Leben geben möchtest. Du kannst ihn lieben, ihm dankbar sein und eure gemeinsame Geschichte wertschätzen. Und du kannst entscheiden, wie du eure Beziehung heute gestalten möchtest.


Deine Seele orientiert. Du entscheidest.
VERSTEHE, WIE DU FUNKTIONIERST.


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Hinweis: Teile dieses Artikels wurden KI-gestützt generiert und redaktionell geprüft.

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