Ich muss nicht wissen, was kommt – und genau das fühlt sich gut an

Zeit meines Lebens war ich hungrig nach Wissen. Ich wollte die Welt verstehen, die Menschen, das Leben – einfach alles, was mir begegnete.
In mir war ein nicht enden wollender Strom von Fragen und ich war ständig auf der Suche nach Antworten. Etwas nicht zu wissen, konnte ich nur schwer aushalten.
In all dem schwang immer auch die große Frage nach dem Warum mit. Nach dem Sinn dessen, was ich erlebte – sprich: dem Sinn meines Lebens.
Wenn der Verstand auf alles eine Antwort sucht
Trotz der vielen Antworten kam ich nie wirklich zur Ruhe. Mein Verstand hatte mich in fast jedem Moment meines Lebens fest im Griff. Alles wurde analysiert und geprüft:
Was bedeutet das?
Was kann ich daraus lernen?
Welchen Sinn hat es?
Was bringt mir das?
Was ist die Erkenntnis dahinter?
Ich konnte die Dinge nicht einfach stehen lassen. Und dann veränderte sich plötzlich etwas.
Als sich veränderte, was für mich bedeutsam ist.
Vor drei Jahren kamen mehrere Entwicklungen zusammen: die tiefe innere Arbeit, eine große Leichtigkeit in der Beziehung und die intensive Begleitung meiner dementen Eltern.
Durch die Demenz meiner Eltern habe ich erlebt, wie schnell Dinge ihre Bedeutung verlieren und vollkommen unwichtig werden können. Das berührte mich tief und mir wurde klar, dass sich auch in meinem Leben die Prioritäten zu verschieben begannen.
Wenn etwas, was einmal im Mittelpunkt stand, plötzlich unwichtig wird
Nicht mehr für meinen Blog zu schreiben, war nicht geplant und glich am Ende einem Befreiungsschlag. Vermutlich, weil das Schreiben bis dahin eine zentrale Rolle in meinem Leben spielte.
Nicht mehr zu bloggen bedeutete auch, Konzepte, Strukturen und Menschen hinter mir zu lassen – und gleichzeitig bekam ich ein unerwartetes Geschenk: einen normalen Alltag mit viel Zeit für das Leben.
Das veränderte alles. Mein Leben bekam eine neue Qualität, denn ich hetzte nicht mehr ständig von einer Aufgabe zur nächsten. Kein Druck und kein Müssen.
Als es plötzlich still in mir wurde und ich nur noch eine Frage hatte
Im Rückblick kann ich sehen, dass all diese Veränderungen eine Art Vorbereitung waren. Denn auch in anderen Bereichen meines Lebens begannen die Dinge, ihre Bedeutsamkeit zu verlieren.
Und plötzlich entstand eine für mich ungewöhnliche innere Leere und das Gefühl, alles abgeschlossen zu haben. Da war kein Ziel und kein Streben mehr – in mir war es ruhig.
Die einzige Frage, die ich noch hatte, war: „Und was mache ich jetzt mit meinem Leben?"
Zum ersten Mal muss ich nicht wissen, was kommt
Im Frühjahr dieses Jahres fand dann eine sehr tiefe innere Transformation statt. Mit ihr lernte ich etwas kennen, das mir bis dahin weitgehend fremd gewesen war: Gelassenheit und Ruhe.
Das Streben war weg – und all die vielen Fragen in meinem Kopf gleich mit dazu.
Das Einzige, was mir im Moment eine Ausrichtung gibt, ist mein Seelenplan. Ansonsten weiß ich nicht, was als Nächstes kommt. Und ich bin damit – Überraschung! – völlig entspannt. Ich genieße diesen Zustand sogar.
Warum die Verstehen und Sinn wichtig waren
Erst während ich das schreibe, wird mir bewusst, wie groß diese Veränderung tatsächlich ist. Denn Wissen und Verstehen waren mein Lebensinhalt – und vermutlich auch eine Art Kompensationsmechanismus.
Mein Leben war lange sehr herausfordernd. Zusammenhänge zu verstehen gab mir Halt. Wenn ich einen Sinn in dem erkennen konnte, was geschah, war ich den Umständen nicht mehr vollkommen ausgeliefert. Selbst in dunklen Zeiten konnte ich so immer etwas finden, wofür ich dankbar war.
Wissen, Sinn und Erkenntnis haben mir lange geholfen, mein Leben zu bewältigen.
Wenn aus Antworten Vertrauen wird
Ich habe kaum noch Fragen in mir, die nach Antworten suchen – und manchmal ist geistige Leere die einzige Antwort, die ich habe.
Ich kann vieles einfach so lassen, wie es ist. Mein einziges Ziel ist es, dem Plan meiner Seele zu folgen – und dabei eine Facette des Lebens kennenzulernen, die für mich erstaunlich neu ist: Leere, Ruhe und Gelassenheit.
Früher brauchte ich Antworten, um mich sicher zu fühlen. Inzwischen brauche ich keine Antworten mehr, um dem Leben vertrauen zu können. Manches darf einfach sein, ohne eine besondere Bedeutung zu haben.
Ich feiere meine Unwissenheit
Inzwischen liebe ich es fast schon, nicht zu wissen, was als Nächstes kommt. Ich finde es sehr viel interessanter, es nicht zu wissen.
Nicht, weil ich aufgehört hätte, neugierig zu sein, sondern weil ich das Leben nicht mehr vollständig verstehen muss.
Ich mache einen Schritt nach dem anderen und das fühlt sich gut an.
Hinweis: Teile dieses Artikels wurden KI-gestützt generiert und redaktionell geprüft.




