Weniger angepasst, mehr ich selbst – mein Weg in ein authentisches Leben
- Marita Eckmann

- 2. Jan. 2023
- 4 Min. Lesezeit

Kürzlich hörte ich einen Satz, der mich nachdenklich machte: „Authentisch sein ist die bequemste Art, zu leben. Alles andere ist mir viel zu anstrengend.“
Er klang so einfach und so logisch. Und ich fragte mich: Wenn es so einfach ist, warum war es mir dann immer so schwergefallen, meine eigene Wahrheit zu leben?
Weil es sich für mich sehr lange nicht leichter angefühlt hatte, authentisch zu sein, sondern schmerzhafter.
Denn tief in mir hatte ich das Gefühl: So, wie ich wirklich bin, bin ich nicht richtig. Mit meinen Interessen, meiner Art, die Welt zu sehen, meiner Haltung und mit dem, was mir wichtig ist.
Zeigte ich mich damit, dann schlugen mir in meinem Umfeld häufig Unverständnis, Widerstand und Kritik entgegen. Und weil die Kritik meist nicht nur meine Meinung, sondern gefühlt mich als Person betraf, war sie besonders schmerzhaft.
Und so lernte ich, sehr genau zu spüren, wieviel von mir in einen bestimmten Kontext passte. Und wurde so zur sogenannten "People Pleaserin". Zumindest außerhalb meines vertrauten, näheren Umfeldes.
Ich log nicht - aber ich zeigte einfach nur so viel von mir und meiner Wahrheit, wie mir verträglich erschien. Und wo ich das Gefühl hatte, dass meine Wahrheit nicht in den jeweiligen Rahmen passte, regulierte ich mich zurück und machte mich damit passend.
Wie ich meine eigene Wahrheit sozialverträglich korrigierte
Wieviel Energie mich das gekostet hat, erkenne ich erst heute, im Rückblick. Denn zunächst war da immer etwas ganz Natürliches: was ich dachte, fühlte, wollte oder wahrnahm. Was für mich wahr und stimmig war. Meine Klarheit und Wahrheit.
Unmittelbar danach begann die innere Rückkopplpungs-Reflexion: "Kann ich das sagen? Wie kommt das an? Was wird mein Gegenüber denken? Ist das hier noch okay und im Rahmen des Erlaubten?"
Ich wurde hervorragend darin, Menschen zu beobachten und feinste Reaktionen wahrzunehmen. Ich hatte gelernt, die Größe des erlaubten Wahrheits-Raumes blitzschnell zu prüfen, bevor ich mir erlaubte, für andere sichtbar zu werden.
Und wenn sie nicht passte, stellte ich nicht den Raum infrage, sondern mich.
Das alles war mir durchaus bewusst. Mir fehlte schlicht der Mut, meine Wahrheit auch dann zu vertreten, wenn jemand anderes sie nicht mochte.
Der Preis meiner Anpassung
Für meine Anpassung gab es einen durchaus nachvollziehbaren Grund: Sie schützte mich.
Vor Kritik, Ablehnung und vor Menschen, die mich für schwierig, egoistisch, seltsam oder schlicht auf dem falschen Weg hielten. Denn all das traf mich tief.
Doch mein "Sicherheits-Check" hatte einen Preis. Ich war zwar besser vor den Reaktionen anderer geschützt, aber immer weniger frei darin, einfach ich selbst zu sein. Und es kostete Kraft, ständig zwei Fragen zu beantworten:
Was ist für mich wahr?
Und direkt danach: Was davon darf hier wahr sein?
Diese Schutz-Haltung machte mich nicht müde und sie führte auch nicht zum Burnout. Doch wenn ich heute zurückblicke, frage ich mich, welchen Anteil die häufigen Erkältungsphasen und vor allem die permanenten muskulären Verspannungen hatten, die mich jahrzehntelang begleiteten und mich regelmäßig zu Osteopathen und Heilpraktikern führten. Vermutlich bewahrten sie – und die intensive innere Arbeit – mich vor sehr viel schlimmeren Konsequenzen.
Als ich aufhörte, mich passend zu machen
In den vergangenen Jahren begann sich etwas zu verändern. Die intensive innere Arbeit, auch die meines Mannes, wandelte unser Leben grundlegend und lenkte es in neue Bahnen. Das Wissen aus meiner Seelenplanlesung gab mir eine völlig neue Ausrichtung und ein anderes Verständnis für meine Art, zu sein.
Ich hörte auf, die Spiritualität, die schon immer eine zentrale Rolle in meinem Leben spielte, zu verstecken. Ich lernte meine Bauweise kennen und die Verbindung zu mir selbst wurde stärker. Das JA zu mir wurde immer stärker.
Und dann passierte es fast von selbst: Ich wurde klarer, konsequenter und auf eine neue Art echter. Durch die tiefe Transformation im Frühjahr bekam das Ganze noch einmal einen kräftigen Schub. Es war ein stetig wachsender Prozess.
Das heißt nicht, dass ich heute jedem ungefiltert alles sage. Wahrhaftigkeit bedeutet für mich nicht Rücksichtslosigkeit. Außerdem gibt es ja noch mein feines Wahrnehmungssystem.
Doch ich korrigiere mich nicht mehr automatisch, damit meine Wahrheit für andere angenehmer wird.
Und ja, das hat Konsequenzen.
Manche Menschen enttäusche ich. Meine Klarheit kann für andere irritierend sein, meine Entscheidungen und mein Weg unverständlich. Und manchmal findet auch mein eigenes menschliches System überhaupt nicht lustig, was ich tief in mir als stimmig wahrnehme.
Mein Verstand kann Angst haben. Ich kann traurig sein. Mein Körper kann mit Anspannung reagieren.
Und gleichzeitig kann da dieses Wissen sein: Für mich stimmt es.
Ich stelle mich nicht mehr permanent infrage. Ich zeige mich mehr und mehr so, wie ich bin – und gehe damit auch das Risiko ein, anzuecken, andere zu irritieren oder nicht jedem zu gefallen. Ein großes Lernfeld dafür ist, sowohl für mich als auch meinen Mann, unsere Partnerschaft. Ich gebe schon mal kontra, melde Bedürfnisse an, erlaube mir , unbequem zu sein - und all das in einem liebevollen und wertschätzenden Klima. Denn statt Kritik erfahre ich nun Verstärkung und Unterstützung dabei, ganz meiner inneren Wahrheit zu folgen.
Die Freiheit, ich selbst zu sein
Wahrhaftig zu leben macht mein Leben deshalb nicht konfliktfrei.
Doch ich brauche meine Energie nicht mehr dafür, meine eigene Wahrheit permanent in eine sozialverträgliche Version meiner selbst zu quetschen.
Und vielleicht liegt genau darin die Freiheit, nach der ich so lange gesucht habe.
Sie fühlt sich übrigens erstaunlich unspektakulär an.
Nicht nach Rebellion.
Nicht nach Kampf.
Sie fühlt sich nach mir an.
Und plötzlich verstehe ich den Satz vom Anfang. Denn inzwischen erlebe ich selbst, wie viel weniger anstrengend es ist, einfach ich selbst zu sein.
Hinweis: Teile dieses Artikels wurden KI-gestützt generiert und redaktionell geprüft.



