Wie mir meine spirituelle Haltung hilft, Krisen mit Bewusstsein zu begegnen
- Marita Eckmann

- 1. Jan. 2024
- 2 Min. Lesezeit

Wenn ich zurückblicke, frage ich mich oft, wie ich den Krisenmarathon in meinem Leben bewältigt habe. Es begann früh und schien einfach kein Ende zu nehmen. Kaum hatte ich eine Krise überwunden, stand schon die nächste vor der Tür. Ich fühlte mich wie in einem Lebens-Bootcamp.
Was mich über die gesamte Zeit getragen hat, war die Spiritualität.
Sie kam schon früh in mein Leben und wurde zu einem Fundament, das mich getragen hat. Und weil mein Leben so aufregend war, hatte ich unendlich viele Fragen.
Ich wollte verstehen, warum ich in solche Situationen gerate, was sie mit mir zu tun haben, was ich durch sie lernen soll und wie ich sie beeinflussen kann.
Die Spiritualität gab mir Antworten, deren Logik ich verstehen konnte.
Ich begann, die Zusammenhänge hinter den Ereignissen zu erkennen – und damit auch ihren Sinn. Nicht als Konzept, sondern als etwas, das mich ruhiger, klarer und handlungsfähiger werden ließ. Ich lernte, an Krisen nicht zu verzweifeln, sondern mich ihnen zuzuwenden – um an ihnen zu wachsen. Als Mensch und als Seele.
Ich habe verstanden, dass mich Krisen, Blockaden und Hindernisse nicht zurückhalten wollen. Im Gegenteil. Sie laden mich ein, innezuhalten und hinzuschauen. Mich mit ihnen auseinanderzusetzen, um die Zusammenhänge zu erkennen – und mich weiterzuentwickeln.
Am Ende habe ich durch diesen Umgang etwas Wertvolles gewonnen: innere Freiheit. Stück für Stück.
Irgendwann wurde mir klar, dass es keinen Sinn macht, Krisen und Herausforderungen auszuweichen.
Sie finden ihren Weg zurück. Und zwar so lange, bis ich bereit bin, mich ihnen wirklich zu stellen. Denn unsere Seele hat einen Plan: Sie möchte durch uns Erfahrungen machen.
Also habe ich begonnen, Krisenmomente – egal welcher Art – zu nutzen und bewusst hineinzugehen. Nicht aus Leichtsinn, sondern aus einer inneren Entscheidung heraus: Wenn ich es ohnehin nicht vermeiden kann, gehe ich es direkt an.
Was mich bis heute überrascht, ist mein Mut.
Gerade bei Themen rund um Spiritualität und persönliche Entwicklung empfinde ich oft weniger Angst, als ich erwarten würde. Vielleicht, weil ich tief in mir spüre, dass es mein Weg ist. Falls du jetzt denkst, dass ich völlig gelassen durch Krisen gehe, muss ich dich leider enttäuschen.
Unsicherheiten im Außen bringen auch mich ins Wanken.
Manchmal zeigt sich das als innere Unruhe, als Zweifel oder als dieses leise Gefühl, den Boden unter den Füßen kurz zu verlieren. Der Unterschied ist nur: Ich kenne dieses Gefühl – und ich weiß inzwischen, dass ich hindurchgehen kann.
Was mir Stabilität gibt, ist das Vertrauen, dass nichts in meinem Leben sinnlos ist.
Dass selbst schwierige Phasen Teil eines größeren Zusammenhangs sind. Dieses Vertrauen ist nicht über Nacht entstanden. Es ist gewachsen – mit jeder Krise, die ich durchlebt und gemeistert habe.
So hat sich etwas entwickelt, das mich bis heute trägt: die Gewissheit, dass ich mit dem, was kommt, umgehen kann – und dass daraus Neues entstehen wird.
Die Angst gehört dazu, wir können sie nicht vermeiden. Aber vielleicht können wir, nach dem ersten Schreck, einen neuen Umgang mit ihr finden.
Ich lade dich ein, Krisen neu zu begegnen. Nicht weil sie leichter werden. Sondern weil sich etwas verändert, wenn du ihnen mit Bewusstsein begegnest und hörst, was sie dir zu sagen haben.



