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Gefühle im Körper – was wir tatsächlich spüren


Gefühle im Körper – was wir tatsächlich spüren


Gefühle sind körperlich. Sie entstehen nicht im Kopf, sie werden dort nur gedeutet. Der Körper weiß es früher und deutlicher als der Verstand.


Viele Menschen merken erst, dass „etwas nicht stimmt“, wenn der Körper drückt, eng wird, überhitzt oder blockiert. Der Grund ist einfach: Wir haben nie gelernt, Gefühle zu halten – weder mental noch körperlich. Und genau deshalb überfordern sie uns.



Gefühle sind somatisch – der Körper spürt zuerst


Moderne körperorientierte Forschung zeigt klar: Gefühle zeigen sich im Körper, bevor wir sie emotional oder gedanklich benennen können.


Das Nervensystem reagiert in Millisekunden.


Der Körper verändert:

  • Herzfrequenz (schneller, langsamer, stockend)

  • Atmung (flach, angehalten, beschleunigt)

  • Muskeltonus (Anspannung, Ziehen, Zittern)

  • Temperatur (Hitze, Kälte, schwitzige Hände)

  • Enge oder Druck (Brust, Hals, Bauch)


Wir interpretieren diese Signale oft falsch – als Stress, Müdigkeit oder körperliches Problem. Tatsächlich sind es emotionale Reaktionen, die noch unterhalb der bewussten Wahrnehmung liegen.



Warum uns Gefühle überfordern


Viele Menschen können Gefühle schwer halten. Das liegt nicht an Schwäche, sondern am Nervensystem.


Wenn wir als Kinder keine sichere Begleitung für Emotionen hatten, lernt der Körper:


  • Gefühle = Gefahr

  • Nähe = Risiko

  • Wut, Trauer oder Angst = zu viel


Das Nervensystem „überspannt“ oder „schaltet ab“.


Beides führt dazu, dass Emotionen schwer tolerierbar werden:


  • zu viel Energie (Übererregung)

  • zu wenig Energie (Untererregung)


Dann wirken Gefühle bedrohlich – obwohl sie eigentlich eine Information sind.


Wie Gefühle sich im Alltag zeigen – ohne dass wir es merken


Gefühle sprechen eine klare Sprache. Wir haben nur verlernt, sie zu verstehen. Der Körper zeigt Emotionen oft über Umwege:


Reizbarkeit: kurze Zündschnur, schnelle Überforderung

→ oft unterdrückte Wut oder Stressenergie


Erschöpfung: dauernd müde, obwohl man genug schläft

→ oft emotionale Lasten, die nicht verarbeitet wurden


Nicht-Präsenz: „neblig“, abwesend, schwer bei sich

→ häufig Angst oder innere Überforderung


Überdenken: alles analysieren, kontrollieren, planen

→ mentaler Schutz vor nicht gefühlten Emotionen


Körperliche Beschwerden: Nacken, Magen, Rücken, Druck

→ gespeicherte Gefühle, die Ausdruck suchen


Der Körper sagt die Wahrheit, bevor wir bereit sind, sie zu hören.

Warum das wichtig ist?!


Gefühle wollen nicht bekämpft werden. Sie wollen verstanden werden.


Wer wahrnimmt, was im Körper passiert, bekommt Zugang zu:

  • Klarheit

  • innerer Ruhe

  • Selbstvertrauen

  • echter emotionaler Reife


Und vor allem: zu sich selbst.


Das ist der Anfang eines wichtigen Lernens:

Nicht flüchten. Nicht festhalten.
Nur spüren – und den Körper ernst nehmen.
Denn der Körper lügt nie.
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