Gefühle im Körper – was wir tatsächlich spüren
- Tina Maria Werner

- 30. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Gefühle sind körperlich. Sie entstehen nicht im Kopf, sie werden dort nur gedeutet. Der Körper weiß es früher und deutlicher als der Verstand.
Viele Menschen merken erst, dass „etwas nicht stimmt“, wenn der Körper drückt, eng wird, überhitzt oder blockiert. Der Grund ist einfach: Wir haben nie gelernt, Gefühle zu halten – weder mental noch körperlich. Und genau deshalb überfordern sie uns.
Gefühle sind somatisch – der Körper spürt zuerst
Moderne körperorientierte Forschung zeigt klar: Gefühle zeigen sich im Körper, bevor wir sie emotional oder gedanklich benennen können.
Das Nervensystem reagiert in Millisekunden.
Der Körper verändert:
Herzfrequenz (schneller, langsamer, stockend)
Atmung (flach, angehalten, beschleunigt)
Muskeltonus (Anspannung, Ziehen, Zittern)
Temperatur (Hitze, Kälte, schwitzige Hände)
Enge oder Druck (Brust, Hals, Bauch)
Wir interpretieren diese Signale oft falsch – als Stress, Müdigkeit oder körperliches Problem. Tatsächlich sind es emotionale Reaktionen, die noch unterhalb der bewussten Wahrnehmung liegen.
Warum uns Gefühle überfordern
Viele Menschen können Gefühle schwer halten. Das liegt nicht an Schwäche, sondern am Nervensystem.
Wenn wir als Kinder keine sichere Begleitung für Emotionen hatten, lernt der Körper:
Gefühle = Gefahr
Nähe = Risiko
Wut, Trauer oder Angst = zu viel
Das Nervensystem „überspannt“ oder „schaltet ab“.
Beides führt dazu, dass Emotionen schwer tolerierbar werden:
zu viel Energie (Übererregung)
zu wenig Energie (Untererregung)
Dann wirken Gefühle bedrohlich – obwohl sie eigentlich eine Information sind.
Wie Gefühle sich im Alltag zeigen – ohne dass wir es merken
Gefühle sprechen eine klare Sprache. Wir haben nur verlernt, sie zu verstehen. Der Körper zeigt Emotionen oft über Umwege:
Reizbarkeit: kurze Zündschnur, schnelle Überforderung
→ oft unterdrückte Wut oder Stressenergie
Erschöpfung: dauernd müde, obwohl man genug schläft
→ oft emotionale Lasten, die nicht verarbeitet wurden
Nicht-Präsenz: „neblig“, abwesend, schwer bei sich
→ häufig Angst oder innere Überforderung
Überdenken: alles analysieren, kontrollieren, planen
→ mentaler Schutz vor nicht gefühlten Emotionen
Körperliche Beschwerden: Nacken, Magen, Rücken, Druck
→ gespeicherte Gefühle, die Ausdruck suchen
Der Körper sagt die Wahrheit, bevor wir bereit sind, sie zu hören.
Warum das wichtig ist?!
Gefühle wollen nicht bekämpft werden. Sie wollen verstanden werden.
Wer wahrnimmt, was im Körper passiert, bekommt Zugang zu:
Klarheit
innerer Ruhe
Selbstvertrauen
echter emotionaler Reife
Und vor allem: zu sich selbst.



